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100 Zuhörer erleben am Donnerstagabend das Konzert des Kammerorchesters der Malchiner Regionalmusikschule
Malchin (tko). Was für ein Abend, was für eine Musik. Nach vielen Jahren, in denen der Malchiner Rathaussaal zumeist nur Schauplatz für nicht immer nur prickelnde lokalpolitische Debatte gewesen ist, war die, mit alt altehrwürdige Zunftzeichen, verzierte Räumlichkeit am Donnerstagabend ein Ort des musikalischen Frohsinns und des Kunstgenusses. Bürgermeister Jörg Lange war bei der ersten „Stunde der Musik“ nach vielen Jahren derart angetan von den vielen Menschen, die im Rathaussaal Platz genommen hatten, dass er sich zur Begrüßung gleich in Poesie versuchte.
„Ein voller Saal ist das nicht schön, dass würd ich gern auch zur Stadtvertretung sehen“. Ob sich dieser Wunsch erfüllen wird, das darf durchaus bezweifelt werden. Nicht die geringsten Zweifel hingegen bestehen daran, dass es eine gute Idee des Vereins „Für Malchin“ und der Stadtverwaltung war, den Rathaussaal wieder als eine Stätte der Kultur und der Kunst zu profilieren.
Gleich beim Comeback der „Stunde der Musik“ im Malchiner Rathaus haben die Gastgeber die Latte mit dem Kammerorchester der Malchiner Regionalmusikschule für künftige Veranstaltungen sehr hoch gelegt. Immer wieder wurde am Donnerstag betont, dass sich in diesem Orchester fast ausschließlich Laien zusammen gefunden haben, um gemeinsam zu musizieren. Ob der Qualität, die die Damen und Herren im Rathaussaal mit Violine, Cello und Kontrabass zu Gehör brachten, ist es aber völlig unangebracht, hier von Hobby- oder Laienmusikern zu sprechen. Was die zirka 100 Zuhörer im Rathaus geboten bekamen, das war Professionalität in Reinkultur. Und es waren nicht nur die vielen und auch vielen bekannten Melodien von Bach, Sibelius, Grieg oder Pachelbel, für die es immer wieder Szenenapplaus gab.
Fridolin Zeisler führte unterhaltsam durch das Programm, erzählte, warum Vivaldi nicht Priester sondern Komponist geworden ist oder warum die Opern von Tomaso Albinoni bis zu 50 Jahre am Stück in den größten Opernhäusern gespielt wurden. So wurden zum musikalischen Genuss oder noch jede Menge wissenswerte Episoden aus der Welt der klassischen Musik geboten. Und wenn dann vor der Tür des Rathaussaales der Bürgermeister höchst selbst vor dem Konzert und in der Pause einen guten Wein an seine Gäste ausschenkt - Genießerherz, was willst du mehr. Voller Freude über die gelungene Premiere war am Donnerstagabend Malchins Stadträtin Manuela Rißer. „Dieses Konzert war ein Versuch die „Stunde der Musik“ in Malchin wiederauferstehen zu lassen. Und das ist uns in einem Maße und in einer Qualität gelungen, mit der wir selbst nicht gerechnet hätten“, war die Stadträtin glücklich. In Zusammenarbeit mit dem Verein "Für Malchin" soll es Veranstaltungen dieser Art nun zwei- bis dreimal im Jahr im Malchiner Rathaussaal geben.
Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.
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