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Zum 725. Ortsjubiläum gab die Malchiner Regionalmusikschule am Mittwochabend ein Konzert in Remplin.
Remplin (tko). Sie fühlten sich schon ein wenig zurück versetzt in eine andere Zeit – die Besucher des Konzertes am Abend des 24. September in der Rempliner Kirche. Das lag natürlich zum einen an dem altehrwürdigen und wieder äußerst schmuck hergerichteten Gemäuer des Gotteshauses, aber auch an der Auswahl der Stücke, mit denen die Malchiner Regionalmusikschule in der Kirche konzertiere. Zu der geschichtlichen Aura von Räumlichkeit und Muse gesellte sich allerdings noch eine weitere und in unseren Breiten sicherlich nicht gerade gewöhnliche Verbindung zur Historie.
Wann kommt es schließlich schon mal vor, dass fast alle Komponisten, die während eines Konzertes gespielt werden, in unmittelbarer Beziehung zum Veranstaltungsort stehen? Das geht wohl nur in so einem geschichtsträchtigen Ort wie Remplin. Die herzogliche Familie, die hier vor vielen Jahren und über Generationen residierte und Kunst und Kultur stets wohl gesonnen war, beliebte einen ausgeprägten Kontakt zu pflegen zu bedeutenden Musikern und Komponisten ihrer Zeit. Und es ist überliefert, dass viele der musikalischen Koryphäen aus ganz Europa hier einst gastierten. Da war es ja geradezu ein Muss für die Malchiner Regionalmusikschule mit ihrem Konzert diesen Bogen in die Vergangenheit zu spannen. Erst recht gebot dies der Anlass des Konzertes. Das deklarierten die Musiker als ihren Beitrag zum 725 jährigen Bestehen des Dorfes, ein Jubiläum, das Anfang August mit großem Trubel gefeiert wurde. Für die Besucher war es nicht nur ein Genuss, dem von Musikschulchefin Karin Knöfel angekündigten Strauß romantischer Melodien zu lauschen. Nicht minder interessant war der geschichtliche Exkurs, den Karin Knöfel für die Besucher vorbereitet hatte. So erzählte sie zwischen den musikalischen Darbietungen immer wieder etwas aus dem Leben der gespielten Komponisten wie Anton Rubinstein, Peter Tschaikowski oder Clara Schumann und erklärte ihre Beziehungen zur herzoglichen Familie. Rubinstein hatte dereinst Herzogin Katharina sogar ein Klavierstück geschrieben. „Allerdings muss er sehr große Hände gehabt haben. Wir haben versucht das Stück einzustudieren, aber die Griffweite war für unsere Schüler ganz einfach zu groß“, sagte Karin Knöfel. Das war am 24. September auch nicht wirklich wichtig. Bei der musikalischen Geschichtsstunde brillierten die jungen Musiker der Malchiner Schule einmal mehr und nicht wenige der Besucher wünschten sich am Ende, dass es an diesem geschichtsträchtigen Ort nicht der letzte Auftritt der jungen Künstler gewesen sein möge.
Th. Koch (Nordkurier; Freitag, den 26. September 2008)
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